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Episode 34

"Ich habe mit euch Idioten nichts am Hut! Hau ab, oder ich reiß dir deine fusseligen Horchlappen von deiner dämlich grinsenden Rummsmurmel!"

Pater Puschel saß, bewaffnet mit einem Stoß bunter Heftchen, die er nachher an das ungläubige Wachpersonal verteilen wollte, in Poficks Zelle. Pofick war mit Stahlketten an der Wand fixiert, während das Kaninchen gerade außer Reichweite seines Schnabels hockte.

"Ich weiß, mein Sohn. Doch so kurz vor dem Tod ist es vielleicht besser, du kehrst um zum richtigen Pfad derer, die da an die Wiedergeburt Knuddelchens glauben, Muckys Sohn. Verschließe dich nicht, denn noch kann deine Seele gerettet werden."

"Mir doch scheißegal. Verpiss dich du Fellball!"

"Ich bin Ihnen als Seelsorger zugeteilt worden. Gibt es vielleicht irgendwelche Sünden, die Sie zu beichten hätten?"

"Ja! Ich fresse mit Vorliebe Kaninchenbabies! Und jetzt raus!"

Professor Schwanz erschien an der Zellentür und sagte zum leicht schockierten Zeugen Muckys: "Besser Sie gehen. Ich habe gehört, diese Ketten sind alt und rostig und fallen bald auseinander."

Pater Puschel verdrückte sich verschüchtert, und der Professor schlüpfte zu Pofick in die Zelle.

"Ich habe einen Plan."

"Mir können Sie nicht helfen, ich werde in einigen Minuten hingerichtet. Besser, Sie verschwinden auch!"

"Ich soll meinen einträglichsten Patienten im Stich lassen? Meine Tochter hat sich zu Weihnachten ein Pferd gewünscht, also helfe ich Ihnen!"

"Ach und wie das? Scheißen wir uns den Weg hier raus? Nehmen wir den Richter als Geisel? Schwanz, Sie sind verrückter als alle Ihre Patienten!"

"Nicht doch, werter Pofick. Ich glaube, Sie können den Stuhl überleben. Haben Sie eigentlich ein Testament gemacht?"

"Ich habe verfügt, dass all mein Geld nach meinem Tod verbrannt wird!"

"Schade... aber wie auch immer! Ich habe hier ein Medikament, das Patienten mit schweren körperlichen Schocks verabreicht wird, um die Körperfunktionen zu stabilisieren. Es wurde noch nie im Tierversuch getestet, besonders nicht unter solchen Bedingungen, ist aber Ihre einzige Chance. Schlucken Sie sie, wenn man Sie holen kommt. Ich bin bei der Exekution dabei, um Ihnen zu helfen. Wenn wir Glück haben, behalten Sie keine bleibenden Schäden."

"Wenn ich Pech habe?"

"Dann sind Sie nur noch ein sabbernder Lappen und ohne Wert für mich. Aber ich will es jedenfalls versuchen."

"Wenn die das heute nicht schaffen, versuchen sie das halt morgen noch mal, oder?"

"Tampon sagt, dass man nur einmal hingerichtet werden kann. Wenn’s nicht klappt, Pech!"

"Na gut, geben Sie mir die Pille."

Holmes trat in die Zelle, flankiert von einigen muskulösen Lurchen. Hastig warf sich Pofick die Tablette in den Rachen.

"Schon wieder Sodbrennen?" fragte Holmes kichernd, während er den Ex-Würgermeister loskettete. Die Lurche packten Pofick und schlurten ihn quer durch das Gebäude vor einen alten Holzstuhl, über dem die altbekannte stählerne Krone schwebte. Der Würgermeister wurde auf den Stuhl geschleudert, festgezurrt und verkabelt.

"Hast du noch etwas zu sagen?" fragte Holmes ihn.

"Fick dich!"

"Später vielleicht."

Schließlich wurde der Schalter umgelegt und Strom durchflutete Poficks Körper. Fröhlich zuckend hockte der Ekeluhu auf seinem Platz und spuckte verschiedene Körpersäfte aus, die sofort zu verdampfen scheinen.

Dann wurde der Strom abgestellt und der Ex-Würgermeister sackte zusammen. Es roch nach verbrannten Federn. Schwanz eilte zu dem leblosen Körper hin, rüttelte und schüttelte ihn und fragte "Pofick! Pofick! Leben Sie noch?"

Zur Überraschung aller öffnete der Geröstete seine Augen.

"Hallo?" fragte er.

"Herr Würgermeister! Wie geht es Ihnen?"

"Ich bin glücklich!" brabbelte er quietschvergnügt, wenn auch benommen. "Und wie geht es dir?"

Professor Schwanz ließ den grinsenden Pofick los, der ausgiebig auf die Hose des Psychiaters sabberte.

"Verdammte Scheiße."





Einige Tage später pulte sich Scheißi, das Intelligenz-einer-Teppichfliese-Eichhorn aus seiner Kuschelkotze, um seinen Freund zum Spielen abholen. Er rannte hinüber zu dem kleinen Loch unter einer Baumwurzel, wo sein Freund vor kurzem eingezogen war. Er warf eine Nuss zur Probe, verfolgte ihren Flug und sah, wie sie direkt auf den Schädel seines neuen Freundes aufschlug. Sein Freund saß regungslos da und grinste.

"Hallo, Pofick!"

"Hallo, Scheißi!" antwortete sein neuer Freund. "Ich habe Kaka gemacht!"

"Wundervoll, wo ist es? Ich habe Hunger!"

"Ich sitze drauf! Komm, vielleicht ist es noch warm."

In einiger Entfernung saß auf einem niedrigen Ast eine Zecke und beobachtete, wie sich Uhu und Eichhorn glücklich über Exkremente hermachten.

"Irgendwie ist es schon idyllisch," dachte Holmes. "Es stinkt, ist aber irgendwie idyllisch."

ENDE