Galerie Scheißi DonkScape ego Service

Episode 33

Scheißi wurde aus dem Zeugenstand ins Publikum geführt und direkt neben Professor Schwanz hinter Pofick gesetzt. Scheißi erkannte seinen Nachbarn und sagte glücklich zu ihm: "Hallo, dicker Vogel!"

Wegen der Watte in seinen Ohren hörte Pofick das nicht. Professor Schwanz war der nächste Zeuge. Er sagte aus, dass er schon lange mit Würgermeister Pofick zu tun hätte und ihn immer nur als ruhigen, besonnenen und sehr freundlichen Uhu gekannt habe, der sehr um seine Wähler besorgt gewesen sei. So wie Tampon bei den Zeugen der Anklage deren Aussagen brutal demontiert hatte, war er nun darauf besonnen, keinerlei Zweifel an dem aufkommen zu lassen, was der zeuge sagte. Analprolaps hatte einen entsprechend schweren Job, insbesondere, weil er sich nun, da die letzte seiner Kaffeekannen leer war, er sich angesichts des fortgeschrittenen Koffeinrausches kaum noch konzentrieren konnte.

"Herr Professor, woher kennen Sie den Angeklagten?"

"Das kann ich nicht sagen."

"Dann war oder ist er also ihr Patient?"

"Das kann ich ihnen nicht sagen!"

"Das reicht schon. Herr Pofick war also bei Ihnen in Therapie. Warum?"

"Ich unterliege der ärztlichen Schweigepflicht!"

"Womit Sie auch sehr eindrucksvoll diesen Mörder und Drogenhändler schützen. Setzen Sie sich für alle Patienten so ein?"

"Nein, ich..."

"Einspruch!" brüllte Tampon wieder. "Der Staatsanwalt stellt Suggestivfragen!"

"Ach was!" antwortete Analprolaps. "Ich weiß doch nicht einmal, wie das geschrieben wird."

"Einspruch stattgegeben. Herr Staatsanwalt, Sie wirken etwas verwirrt. Sollen wir uns vielleicht vertagen?"

"Mir geht es bestens! Also, Herr Professor, wenn Sie Patientensitzungen haben, zeichnen Sie die auf?"

"Allerdings, mit einem Diktiergerät."

"So eines wie dieses?" fragte der Staatsanwalt und präsentierte das Gerät, das Scheißi aus dem Sankt Fäzes Kreiskrankenhaus mitgebracht hatte.

"EINSPRUCH, EINSPRUCH, EINSPRUCH! Ich sagte doch, dass das Band nie als Beweismittel zugelassen wird!"

"Das Band nicht, das Gerät schon," sagte Analprolaps. Er sah zu Pofick hinüber und sah, dass sich dieser, um gleich selbst in den Zeugenstand zu treten, die Watte herauspulte. Entsprechend stellte er das Gerät auf die Richterbank und drückte dabei ganz zufällig auf Play, woraufhin Poficks Stimme mit den Worten "ICH BRINGE DIESE VERFICKTE RATTE UM! ICH HALTE DIESES BLÖDSINNIGE GESINGE NICHT MEHR..."

"Hoppla!" sagte Analprolaps, als er das Gerät ausschaltete. "Wie ungeschickt von mir."

"Das habe ich nie gesagt," brüllte der Würgermeister mit der Stimme, des Diktiergerätes. "du verkacktes scheiss Viech! Du Schande für die gefiederte Gesellschaft!"

"Keine weiteren Fragen."

Richter Popelpflück räusperte sich und warf Analprolaps einen ungehaltenen Blick zu. "Ich muss die Geschworenen darauf aufmerksam machen, dass Sie sich bei ihrer Entscheidung nicht von diesem Band und dem Gehörten beeinflussen lassen dürfen."

Die Geschworenen nickten sich mit einer geheuchelten Selbstverständlichkeit zu und widmeten ihre Aufmerksamkeit wieder Tampon, der nun seinen Hauptzeugen aufrufen wollte: Den Angeklagten selbst.

Schwanz kehrte gerade auf seinen Platz zurück und drückte Tampon eine weitere Tablette in die Hand, die dieser an seinen Mandanten verfütterte.

"Das hält nur zehn Minuten!" ermahnte der Psychiater leise den Blutegel, während Pofick in einen fortgeschrittenen Zustand der Glückseligkeit abglitt. "In zehn Minuten muss das Verhör vorbei sein, sonst garantiere ich für nichts."

Tampon nickte beruhigend, raunte dann Pofick einige genial improvisierte Ideen zu und führte seinen Mandanten dann in den Zeugenstand.

"Können Sie uns vielleicht erklären, warum Sie gerade so wütend geworden sind?"

"Ich bin ein Freund der Wahrheit," sagte Pofick mit einer ungewöhnlichen Ruhe. "Ich kann es nicht ausstehen, wenn jemand versucht Lügen zu verbreiten. Ich bin ein unbescholtener Bürger und verdiene es nicht, dass meine Ehre durch Gestalten wie diesen Anwalt oder den Herrn Holmes in den Schmutz gezogen wird. Offenbar paktieren sie mit meinen politischen Gegnern... ist doch seltsam, dass dieses ganze Tohuwabohu so kurz vor meiner Wiederwahl stattfindet."

"Und was soll dieser Ausruf bedeuten, den wir gerade gehört haben?"

"Ein Theaterstück!"

"WAS???" entfuhr es Analprolaps.

"Ich bekenne, dass ich als Hobby Theaterstücke schreibe. Doch wegen meiner Schüchternheit, wegen der ich auch von Professor Schwanz therapiert werde, traue ich mich nicht so recht damit herauszukommen. Ich trage ihm hin und wieder Teile daraus vor. Das Gehörte war ein Ausschnitt daraus. Eine Tragödie."

Tampon sah auf seine Uhr. Er hatte noch Zeit... es würde sogar nicht genug Zeit für das verhör durch den Staatsanwalt bleiben.

"Nur noch eine Frage, werter Herr Würgermeister. Sind Sie der Mörder von Pisskopp, der Initiator des Urinos-Handels oder bekennen Sie sich zu irgendeiner anderen der hier vorgebrachten Anschuldigungen?"

"Dazu kann ich nur ein absolut ehrliches ‘Nein’ sagen. Ich habe nicht im geringsten etwas mit all den Dingen zu tun und hoffe, dass dieser Prozess dazu beträgt meinen Namen reinzuwaschen, der hier auf so infame Weise beschmutzt worden ist."

"Danke sehr, Ihr Zeuge, Herr Staatsanwalt."

"Herr Pofick," begann Analprolaps, "Sie sind besorgniserregend ruhig. Dabei haben Sie viele Leute hier als cholerisches Monstrum beschrieben. Außerdem sah ich gerade, wie Sie etwas geschluckt haben. Nehmen Sie vielleicht selbst Drogen?"

Der Würgermeister lächelte nur angesichts dieser wohlplazierten Provokation. "Nicht doch," sagte er, "das war ein Magenmittel. Dieser garstige Prozess erregt mich so sehr, dass ich Sodbrennen bekomme. Was die Ausführungen der Zeugen angeht, weiß ich nicht, wie jemand solche Lügen verbreiten kann. Ich bin zutiefst bestürzt angesichts dieser Versuche, meine Wiederwahl auf so plumpe Weise zu demontieren. Aber keine Sorge, ich schaffe das so oder so."

Spätestens jetzt sahen Analprolaps und Holmes den Fall verloren. Pofick gab sich so charismatisch und freundlich wie nie. Man sah in den Augen der Geschworenen Reue, dass sie je hatten an einem so aufrechten Politiker zweifeln können.