Galerie Scheißi DonkScape ego Service

Episode 32

Holmes erzählte, wie er bei seinem Besuch im Bekackten Wald auf Pisskopps Leiche und Scheißi gestoßen war, wie Scheißi einem Giftanschlag zum Opfer gefallen war und schließlich in der Psychiatrie gelandet war. Als man dort Holmes nicht zu Scheißi hatte durchlassen wollen, wollte er Beschwerde bei Pisskopps Nachbar einlegen, doch der Würgermeister war seltsamerweise nicht daran interessiert, das Verbrechen, das bei ihm nebenan geschehen war, schnell aufgeklärt zu wissen. Als Holmes es trotzdem geschafft hatte, sich zum Krankenhaus Zutritt zu verschaffen, war er auf jene Notiz in Scheißis Akte gestoßen, in der Pofick Professor Schwanz darum bat, das Eichhorn möglichst lange in Gewahrsam zu nehmen. Welche Verbindung hatte also Pofick zu diesem Mord, dass er den einzigen Freund des Toten aus dem Weg wissen wollte? Scheißi hatte es später geschafft, aus dem Krankenhaus zu fliehen und hatte dabei ein Tonband mitgenommen. Die Polizei von Franksfurz fasste das entlaufene Eichhorn und fand auf besagtem Tonband die Geständnisse des Würgermeisters, sowohl Pisskopp ermordet, als auch den Mordversuch an Scheißi initiiert zu haben. Des weiteren gestand er darauf, die Idee für Urinos gehabt zu haben. Don Cotzeone wäre auf dem Band als Komplize genannt worden.

"Einspruch!" grölte Tampon schließlich und ging unaufgefordert zu seiner Befragung des Zeugen über. "Wir alle wissen doch, dass ein solches Beweismittel keineswegs zugelassen werden kann. Herr Holmes, verstehe ich das richtig, dass sie und der Staatsanwalt diesen Prozess nur aufgrund dieser wenigen Gerüchte aufrechterhalten? Ich kann das nicht glauben! Niemand kann einen Mann nur wegen eines Tonbandgerätes verurteilen. Was soll das denn alles?"

"Sie haben außerdem die Aussage des Herrn Cotzeone gehört. Er bestätigt, dass Würgermeister Pofick mit Urinos in Verbindung steht."

"Natürlich... wenn er das nicht selber initiiert hat. Und was ist mit dem Mord? Welche sogenannten Beweise haben Sie da?"

"Ich habe selbst das Dokument im Krankenhaus gesehen, das die Verbindung von Pofick zu diesem Mord beweist."

"Oder es beweist, sofern dieses Dokument überhaupt existiert, dass der Würgermeister besorgt um seine Mittiere ist und sicher gehen wollte, dass eine psychisch schwer gestörte und für die Gesellschaft gefährliche Person in sichere Verwahrung genommen wird. Herr Richter," wandte sich der Blutegel an Popelpflück, "müssen wir dieses Verfahren überhaupt noch fortführen?"

"Naja," sagte die Ente und setzte sich ordentlich hin. "Für diesen Mord gibt es offenbar so etwas wie einen Zeugen, nämlich dieses Eichhorn Scheißi. Abgesehen davon, dass ich diesem Biest bereits begegnet bin und kein Wiedersehen für wünschenswert halte, frage ich mich doch, warum er nicht auf der Zeugenliste der Anklage steht."

"Er steht auf der Liste der Verteidigung. Und wenn Euer Ehren und der Staatsanwalt nichts weiter dagegen haben, würde ich gerne mit der Befragung meiner Zeugen beginnen, bei denen besagtes Eichhorn an erster Stelle steht."

Keiner hatte etwas dagegen, so dass Scheißi, überglücklich grinsend, dass man sich so sehr um ihn kümmerte und er so viele Leute wiedersah, die er kannte und mochte.

"Heißen Sie Scheißi?" begann Tampon.

"Ich glaube schon."

"Was heißt, dass sie es glauben?"

"Vielleicht bin ich nicht Scheißi."

"Wer denn sonst?"

"Pisskopp."

"Aber ist Pisskopp nicht tot?"

"Stimmt!"

"Warum ist er tot?"

"Er hing am Baum."

"Hatte er sich erhängt? War es vielleicht Selbstmord?"

"Es war Pisskopp."

"Hatte sich Ihr Freund dort selbst hingehängt?"

"Ja, vielleicht aber auch Oma."

"Scheißi, sind Sie geistig so zurückgeblieben, dass Sie eigentlich eingesperrt und entmündigt gehörten, so dass Sie keine Gefahr für Andere darstellen?"

"Was?" fragte das Eichhorn verwirrt.

"Einfacher gefragt: Bist du vollkommen verblödet?"

"Ja."

"Keine weiteren Fragen. Ihr Zeuge, Herr Staatsanwalt."

Analprolaps kippte sich eine weitere Tasse Kaffe in den Schnabel und hastete zu Scheißi hinüber.

"Ist Pisskopp auch vollkommen verblödet?"

"Ja."

"Als dein Freund da hing, sah das etwa so aus?" fragte der Staatsanwalt und hielt Scheißi eine Zeichnung hin, auf der eine grauenhaft hässliche Bisamratte mit nur einem Arm an einem Baum hing.

"Ja. Lustig, was?"

"Ich möchte diese Zeichnung, die nach Angaben von Herrn Holmes angefertigt wurde und deren Richtigkeit von Scheißi bestätigt worden ist, als Beweismittel aufnehmen. Und nun, Scheißi, warum hing Pisskopp da?"

"Er wollte trocknen. Er war nass."

"Hat er dir je gesagt, dass er sich da hin hängen wollte?"

"Nein, wir wollten Nusswurf spielen," sagte Scheißi, ergriff das Mikrophon auf seinem Pult und schleuderte es quer durch den Raum. Richter Popelpflück stoppte den Tumult, wies Scheißi zurecht, was dieser nicht kapierte, und, als das Mikro wieder aufgestellt worden war, fuhr Analprolaps fort.

"Pisskopp hing an einem Seil, nicht wahr? Hast du das Seil schon mal vorher gesehen? Gehörte es Pisskopp?"

"Pisskopp hatte ganz viele Hasenködel. Die sind lecker."

"Kein Seil?"

"Nö."

"Und jetzt ist Pisskopp also tot. Was bedeutet das denn?"

"Das bedeutet, dass er als Hasenködel in den Himmel eingetreten ist... vielleicht durchs Fenster... und da hat er ganz viele Getränkepackungen. Und dann: Zzzzzzt! fliegt der Hasenködel durch die kaputte Seele und bringt dich um die Ecke rum. Basta."

"Klingt, als würdest du nichts von dem verstehen, was du da sagst."

"Stimmt."

"Seltsam, dass ein Blödmann, der genau so bescheuert gewesen ist, wie das Vieh hier, und somit noch nicht einmal das Konzept des Todes versteht, willens sein soll, sich umzubringen. Scheißi, wie geht es dir?"

"Wunderbar. Ihr seid alle so lieb zu mir. Ich bin glücklich."

"War Pisskopp auch immer glücklich?"

"Klar! Er war mein Freund, und ich war sein Freund."

"Keine weiteren Fragen."