Galerie Scheißi DonkScape ego Service

Episode 27

Holzbock Holmes hatte sich inzwischen die Mühe gemacht, das ganze Band durchzuhören, sich Namen herauszuschreiben und Notizen zu machen. Er ahnte, dass dabei irgend etwas zu Tage kommen müsste, was Pofick in Grund und Boden versenken müsste... irgend etwas. Nach einiger zeit, weiteten sich entsprechend seine winzigen, geröteten Augen.

"Hahaaah! Meine grandioseste Idee habe ich mit Kotzie abgemacht. Urinos!"

Holmes rang nach Luft. Urinos! Der Feind, den er sein Leben lang (oder zumindest seine gesamte Zeit bei der Polizei... ehrlich gesagt vielleicht auch nur das letzte halbe Jahr, aber egal!) gejagt hatte, hatte seine Verbindungen zu Pofick, dem wahnsinnigen Würgermeister aus dem bekackten Wald. Gerade hier in Franksfurz taumelten Tausende dieser Drogensüchtigen umher, nicht etwa wegen des Vergnügens, sondern wegen der Sucht. Prostituierte, Stricher, Junkies, aber auch gesittete Familienväter waren diesem Extrakt aus Schmeißfliegenpisse anheimgefallen. Und das soll eine Idee von diesem brüllenden Politiker gewesen sein? Und wer war Kotzie? Holmes lauste weiter.

"Man stelle sich das vor! Dieser ganze stinkende, menschliche Abfall wird jetzt langsam aber sicher von dieser Droge dahingerafft, und damit verdient man sogar Geld! Mit Kotzies Know-how und meinen politischen Beziehungen haben wir schon ein Vermögen zusammengerafft. Dummerweise saufen diese beiden Pimmelschrottscheißer da hinten bei mir nebenan das Zeug nicht... die sind zu blöd, um den Wert und den Nutzen einer Drogenabhängigkeit zu erkennen. Naja, einen hab’ ich aus dem Weg geräumt... den anderen werde ich auch noch irgendwie los."

Holmes spulte über das diabolische Gelächter hinweg und lauschte weiter, um endlich Kotzies Identität zu entlarven. Doch auch dieses Rätsel war bald gelöst. Während Pofick noch versuchte, die Sekretärin des Staatsanwalts in eines der Stahlschrankfächer zu stopfen, und Scheißi sich mit Fredo auf dem Weg zum Don befand, stellte Holzbock Holmes, Leiter der SoKo Urinos und hochdekorierter Meisterschnüfflerkomissarermittleragent- inspektordetektivzeckenschutzmannpolizeibeamter, eine BET zusammen, eine Brutale Eingreiftruppe. Das Problem Urinos würde noch heute ein Ende finden.

Don Cotzeone war eine eindrucksvolle und ehrfurchtgebietende Gestalt. Der massige Rottweiler saß entspannt im Sessel seine Arbeitszimmers und kraulte versonnen irgendein fusseliges Vieh in seinem Schoß. Geringschätzig betrachtete er Haemo Rrhoido, einen Bittsteller, der den Don um eine Gefälligkeit bat.

"Haemo Rrhoido, Haemo Rrhoido!" sagte Cotzeone auf das Flehen seines Gastes mit einer rauhen Stimme, die so etwas wie maßlose Enttäuschung mit einem letalen Unterton ausdrückte. "Was habe ich dir nur getan, dass du mich so respektlos behandelst?? Nie hast du auf meine Freundschaft Wert gelegt. Und nun kommst du heute hier her und verlangst von mir einen Mord zu begehen... für Geld!"

"Alles, was ich fordere, ist Gerechtigkeit."

"Das ist keine Gerechtigkeit. Deine Tochter lebt... sie ist lediglich in einen Haufen Hundescheiße von diesem Typen getreten."

"Dann lassen Sie ihn spüren, was sie gespürt hat... bitte!"

"Äh..." Die Falten auf Don Cotzeones Stirn gruppierten sich eindrucksvoll um wie ein kompliziertes Puzzle. "Das lässt sich sicher einrichten."

"Grazie, Don Cotzeone, mille grazie!"

"Prego." murmelte der Don und bedeutete dem Bittsteller mit einem Lächeln, er solle verdammtnochmal endlich verschwinden. War die nervenaufreibende Gestalt erst einmal gegangen, schlich sich der schattenhafte Assistent des Don zu seinem Herrn hinüber und wisperte ihm ins Ohr: "Fredo ist da. Er will Ihnen was zeigen. Er hat noch jemanden dabei, der etwas sehr stinkt."

"Was glaubt der Junge denn? Habe ich für solchen Unfug Zeit? Ich muss mich darum kümmern, dass für unseren ganz besonderen Freund vor Gericht alles positiv geregelt wird. Aber was soll’s? Er ist mein Sohn. Herein mit ihm."

So betrat Fredo Cotzeone zusammen mit Scheißi, dem gnadenlos grützfreien Eichhorn jenen holzvertäfelten Raum, in dem Don Cotzeone, einer der mächtigsten Männer des Arschlandes, bei Scheißis Anblick erneut die Falten auf seiner Stirn großzügig umsortierte.

"Fredo, mein Sohn! Über eine Schachtel Pralinen hätte ich mich gefreut... aber was ist das?"

"Die wahrscheinlich blödeste Kreatur der Welt, Papa! Los..." raunte Fredo Scheißi zu und schob ihn vor den Schreibtisch seines Vaters. "Sag was!"

Scheißi blinzelte die knitterige Töle hinter dem Schreibtisch verwirrt an und sagte schließlich: "Ich habe gerade meinen Finger in den Popo gestopft. Ich glaube, es riecht noch. Willst du?"

Don Cotzeone starrte für einen Moment auf den ihm dargebotenen Finger. Dann wandte er sich an seinen Sohn: "Dieses Eichhorn, das gefällt mir nicht! Das ist eine Beleidigung!"

"Entschuldige, Papa, aber dieses Biest hatte sich in Mannis Kneipe mit Koprophilie eingelassen und hatte kein Geld!"

"Was schleppst du es dann hier her? Was soll das? Kriegst du jetzt schon Gehirnerweichung von dem Unsinn, den du den ganzen Tag treibst?" "Papa! Es weiß nicht, dass man bei einer Nutte bezahlen muss! Eigentlich weiß er gar nichts."

"Und weswegen hält er mir die ganze Zeit mit diesem Grinsen seinen Finger entgegen?"

"Er will, naja... er... Scheißi! Nimm den Finger runter!"

"Warum hast du das Ding nicht den Jungs übergeben? Wofür stellt dir die Familie denn zwei Männer zur Verfügung? Warum kommst du zu mir?"

"Ich fand es nicht richtig, ihn zusammenschlagen zu lassen, weil er es doch nicht besser weiß!"

"Aber er weiß, was man mit Prostituierten macht?"

"Ja, das heißt... Koprophilie sagte was von mehr oder weniger."

"Du, Eichhorn! Was hast du mit Koprophilie gemacht?"

"Womit?" fragte das Eichhorn.

"Mit der... Frau gerade," half ihm Fredo. "Da, wo wir herkommen."

"Oh! Ich habe ihr in die... äh... Muschel gerotzt!"

"Du hast sie gevögelt?"

"Piep piep! Was?"

"Geschlechtsverkehr!"

"Ähm... Ich habe Durst!"

Der Don schüttelte behäbig den Kopf. "Und was hat das jetzt zu bedeuten, Fredo?"

"Ich glaube, er weiß gar nicht, was das ist, Sex. Wahrscheinlich hat er auch keinen gehabt. Aber wenn er sagt, er hätte ihr in die..." Angeekelt verzogen Vater und Sohn das Gesicht. Don Cotzeone stand derweil auf und öffnete ein Fenster.