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Episode 26

Holzbock Holmes und Herbert vom Misthaufen verließen die Zelle, während Tampon schräg zu Pofick hinaufsah und ihn fragte: "Was ist das alles für ein Mist, Hä? Mord? An wem? An dieser Ratte? Haben die etwa Beweise? Was soll das?"

"Ach Scheiße haben die! Die haben nur dieses Band und allein deswegen könnte ich diese Pestsäcke in Grund und Boden verklagen. Vor Gericht kommen diese schwanzlutschenden Galleverwerter mit gar nichts durch!"

"Vielleicht sollten wir zwei mal mit dem Staatsanwalt, diesem Analprolaps reden. Wenn wir ihm die Sachlage vernünftig darlegen, lässt er wahrscheinlich die Klage fallen. Dann müssen Sie sich auch nicht um einen Imageverlust kümmern. Gerade jetzt so kurz vor der Wahl nicht. Auf jeden Fall sollten wir ihm gegenüber auch eine mögliche Verleumdungsklage erwähnen. Wie klingt das?"

"Nach Hirnverwesung!"

"Wie bitte?"

"Verblödete Beamtenkacke! Wir sollten gleich hingehen und diese Zecke zerquetschen. Und dieses Polizei-Huhn sollten wir aufspießen und über offenem Feuer rösten!"

"Ich würde so etwas hier nicht sagen."

"Ich sage hier was ich will! Und wenn ich das ganze Haus zusammenschreie! Ich bin immer noch Würgermeister! Ich lasse mir doch von irgendsoeinem idiotischen Bullen nicht vorschreiben, was ich zu sagen habe!"

"Schon gut, schon gut. Ich mache jetzt schnell die Sache mit der Kaution fertig, dann können wir zum Staatsanwalt gehen... vielleicht sollte ich auch besser alleine... äh..."

"Ich komme mit! Dem werde ich auch noch meine Meinung sagen!"

"Genau das befürchte ich..."

Das Büro des Staatsanwalts Analprolaps war ein geräumiges Zimmer, in dem neben einigen Aktenschränken einige Zimmerpflanzen und sogar ein kleiner Teewagen standen, der mit verschiedenen Spirituosen vollgestellt war. Der fette Gänserich lümmelte sich verschlafen in seinem breiten Ledersessel und schielte müde über seine halbe Brille hinweg auf die frisch angekommenen Gäste.

"Äh, ja. Der Herr Dr. jur. Tampon mit seinem Mandanten, dem Senator Herrn Pofick, nicht wahr? Setzen Sie sich doch!" sagte er und deutete vage ins Leere. Dann schob er seine Brille zurecht, erkannte, dass da nur Blumentöpfe und Teewagen zum eventuellen, wenn auch nicht ratsamen Setzen waren, und räusperte sich.

"Macht es... ähm... macht es Ihnen etwas aus zu stehen?"

"Ja!" sagte Pofick.

"Nein, nein," sagte Tampon und blickte seinen Mandanten an. "Kommen wir gleich zur Sache, Herr Staatsanwalt. Ich denke, Herr Holmes hat bereits Strafanzeige erstattet?"

"Mord, Körperverletzung, Amtsmissbrauch, Bestechung und Anstiftung zum Totschlag. Ich bin mit der Sache betraut worden. Das sind recht schwere Vorwürfe."

"Und total schwachsinnige obendrein!" warf Pofick ein. "Diese hässliche Zecke will sich nur wichtig machen! Der Kerl ist doch nichts als ein von einer Profilneurose verwirrtes Insekt!"

"Zecken sind keine Insekten, sondern Spinnentiere," warf der Staatsanwalt ein.

"Willst du hirnloser Scheisser mich etwa belehren?" brüllte Pofick in das Gesicht des schockierten Analprolaps. "Wo kommen wir denn da hin, wenn irgendein dahergelaufenes, domestiziertes Geflügel mir, einem stolzen Beutegreifer erster Klasse, Schulstunden erteilt?"

"Herr Pofick," mischte sich Tampon leise ein. "Sie sollten besser mich reden lassen..."

"Quatsch! Du bist gar nicht qualifiziert! Du hast ja noch nicht einmal eine Wirbelsäule! Also...," wandte er sich wieder an den Staatsanwalt, der langsam so etwas wie wach wurde, "Sie Bauerntrampel von einem Pseudojuristen, der nebenbei in Zoologie promoviert zu haben glaubt, es ist jawohl verdammt klar, dass die Klage von diesem Insekt keinerlei Chance hat, oder?"

"Naja, werter Herr Pofick, selbst wenn Ihr ausfallendes Benehmen nicht unbedingt zu Ihrer Beliebtheit beitragen mag, so ist der Vorwurf doch tatsächlich auf recht dünnem Eis gebaut. Allerdings bedarf er trotzdem einer gewissen Prüfung. Nachgehen müssen wir der Sache schon..."

"Waaaaas?" brüllte Pofick und krallte sich im Teppich fest, dass er sich unter seinen Fängen zusammenzog und sich einiges Mobiliar dezent von der Wand abrückte.

"Selbst wenn," fuhr der sichtlich eingeschüchterte Analprolaps fort, "selbst wenn es wahrscheinlich gar nicht erst zum Prozess kommen wird."

"Das will ich aber auch hoffen, du dämliche Vorstufe zum Kopfkissen! Weißt du, wieviel Geld ich in meinen Wahlkampf stecke? Millionen! Ein Prozess macht alles zunichte! Ich werde mich von dir widerwärtigem Furzauslutscher sicher nicht die ganze Karriere versauen lassen! Niemand wird mir das versauen!!!"

"Jetzt beruhigen Sie sich doch!" meinte Tampon.

Ähnlich äußerte sich der Staatsanwalt: "Genau, bitte seien Sie ruhiger..."

Pofick packte eine der Topfpflanzen und schleuderte sie mit den Worten "Keiner schreibt mir vor, was ich zu tun habe!" in Richtung des erbleichenden Analprolaps. Jener konnte sich gerade ducken, so dass die Pflanze durch das Fenster schoss.

Eine junge, niedliche, grazile Baby-Antilope mit großen, schwarzen feuchten Augen lag in ihrem Kinderwagen und nuckelte genüsslich ein wenig an ihrem Schnuller. Die Mutter stand daneben und studierte den Busfahrplan. Plötzlich sauste eine riesige Topfpflanze von oben herab und zermalmte Kinderwagen mit Baby-Antilope. Dann warf der Würgermeister in einem Anflug von destruktiver Spontaneität seinen Anwalt Tampon gleich hinterher. Da dieser aber keine Knochen hatte, konnten ihm auch keine brechen.

Droben, hoch oben über den Häuptern einer hysterisch kreischenden Ex-Mutter und eines benommenen Anwalts, war die Sekretärin von Staatsanwalt Analprolaps hereingestürmt, um nach ihrem Chef zu sehen und eventuell die Polizei zu rufen. Statt dessen wurde sie als Baseballschläger missbraucht, der wiederum dazu missbraucht wurde, auf Mobiliar, Geraffel und Staatsanwalt einzuschlagen. Die Polizei kam trotzdem, nahm Würgermeister Pofick fest und schloss ihn in den Hochsicherheitstrakt ein. Richter Popelpflück weigerte sich auf Anraten seines Freundes Analprolaps, den cholerischen Ekel-Uhu auf Kaution freizulassen. Die alte Kaution bekam Analprolaps, um sein Büro neu einzurichten, während die unglückliche Ex-Mutter der Baby-Antilope als Trost einen Blumenstrauß und einen netten Brief von der Heilsarmee mit der Bitte um eine Spende bekam.