Galerie Scheißi DonkScape ego Service

Episode 7

Es folgt ein unzensierter Auszug aus dem Tagebuch des Meisterermittlerdetektivzeckenpolizisten Holzbock Holmes:

Liebes Tagebuch...

Sonntag, 27. Juni 1993, Bekackter Wald, Excremento-Hotel:

Trotz des vollends mißratenen Landstriches gefällt mir mein Zimmer hier außerordentlich gut - nur ist die Luft in diesem Wald fürchterlich abgestanden und miefig. Aber das nehme ich gerne in Kauf, um endlich einmal aus Franksfurz herauszukommen. Bei all dem Streß in der Urinos-Sache wäre ich fast ‘vor die Hunde gegangen’, wie mein Chef mir noch sagte. Ich bin mir nicht ganz sicher, was dieser Quatsch genau zu bedeuten hatte, aber bei dem Wort ‘Hund’ bekomme ich Appetit auf einen kleinen Imbiß.

Habe heute früh erst einmal mit dem Zimmermädchen geflirtet. Dieser süße Weberknecht mit acht atemberaubend langen Beinen ließ mich doch tatsächlich all die mit Urinos vollgepumpten Junkies vergessen. Ich denke, ich sollte ihr bei Gelegenheit mal kräftig in die Muschel rotzen.

Leider kann ich mich nicht vollends entspannen und den Beruf vergessen. Als ich gestern früh in diesem Wald ankam, wurde der erste, den ich nach dem Weg fragte von einer herumfliegenden Haselnuß niedergeschlagen. Bei weiteren Erkundungen stieß ich auf die Leiche einer offensichtlich ermordeten Bisamratte. Der einzige mögliche Zeuge sollte ebenfalls beseitigt werden. Es ist ein vollends schwachsinniges Eichhorn, das Scheiße frißt und der einzige war, der diese Ratte überhaupt etwas näher kannte.

Nachmittags ging ich erneut zu jener fast völlig verrotteten Birke hinaus, bei der sich die Tat abgespielt hatte. Ich mußte leider hören, daß sich das Eichhorn eine Vergiftung zugezogen hat und nun im hiesigen Krankenhaus liegt - ein erneuter Mordversuch. Dummerweise ließ man mich, als ich heute dort vorsprach, nicht zu dem Zeugen durch. Er sei inzwischen in die geschlossene Abteilung der Psychiatrie eingewiesen worden, was ich durchaus verstehe, und dürfe keinerlei Besuch empfangen.

Ich habe natürlich sofort eine Beschwerde beim Würgermeister persönlich eingelegt, weil der Mord in seiner direkten Nachbarschaft geschehen ist. Doch man wollte mich nicht einmal anhören und hat mich beinahe herausgeworfen, als ich gesagt hatte, worum es mir ginge. Ich frage mich, ob er mit seinen Wählern auch so umgeht. Wenn ich morgen mit dem Zimmermädchen fertig bin, versuche ich es wohl erneut im Krankenhaus.

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Am Montagmorgen fand sich Holzbock Holmes also erneut vor den Toren der Psychiatrie wieder und forderte von einer fetten Pflegerkröte Einlaß.

"Nö!" brummte diese auf das Verlangen der Zecke.

"Aber ich kenne Herrn Scheißi, das hoffnungslos unzurechnungsfähige Eichhorn, schon sehr lange, bin gewissermaßen sein ältester Freund." behauptete Holmes hoffnungsvoll und schüttelte sich innerlich bei diesem Gedanken. "Ich habe das Recht, ihn zu sehen."

"Nö!" kam die einfache Antwort zurück.

"Ich bin Polizeibeamter! Ich verlange, eingelassen zu werden!"

"Ausweis!" forderte der Wärter. Die Zecke warf ihm diesen auf den Tisch. Die fette Kröte beäugte ihn flüchtig und grunzte: "Das ist aus Franksfurz. Beamte von außerhalb des Bekackten Waldes haben hier keinerlei Befugnis."

"Als Mitglied des Arschländischen Drogendezernates habe ich allerdings überregionale Befugnisse."

"Auch einen Haussuchungsbefehl?"

"Nein, ich..."

"Dann geh’ weg!"

"Wenn ich mich bei Ihren Vorgesetzten über Ihr höchst unkooperatives Verhalten beschwere, wird das sicherlich schwere Folgen für Sie haben!"

"Nö!" sagte der Pfleger kurz, als aus einem Zimmer hinter der Absperrung eine Holmes vertraute Stimme von verworrenem Gekreische begleitet rief: "Seht nur, was ich euch mitgebracht habe!" Mehrere Pfleger stürmten bereits in das Zimmer, während auf dem Tisch der Kröte eine Alarmlanzeige aufleuchtete.

"Verschwinde endlich, du Zecke ohne Befugnisse, ich habe zu tun."

Dann stand er schwerfällig auf und kroch zur Absperrung hin, schloß sie auf und verschwand im Trakt der geschlossenen Abteilung. Als Zecke war Holmes klein genug, um hinter ihm durch die zufallende Tür zu huschen, ohne weiter bemerkt zu werden.

Holzbock schielte vorsichtig in das Zimmer hinein und sah gerade noch, wie Scheißi von einer Horde stämmiger Pfleger daran gehindert wurde, seine verrückten Zimmergenossen weiterhin mit Kot zu bewerfen.

Hier! Kacka für alle!"Aber sie haben bestimmt auch Hunger!" schrie das Eichhorn, das sich in den Griffen seiner Peiniger wand, die ihn nur so fest hielten, wie nötig, und dabei penibel darauf achteten, daß er ihren eigenen Körper nicht berührte, hatte er sich doch inzwischen wieder großzügig mit Scheiße vollgeschmiert.

"Das ist der Pesthauch der Hölle!" schrie das Rebhuhn in das Chaos hinein und bäumte sich vor Ekel in seinen Fesseln angesichts der herumliegenden Exkremente auf. Die Schlange war ganz benommen vor grenzenloser Euphorie und Glückseligkeit und kreischte: "Das ist das Ende, und Scheißi ist sein Bote! Du bist auserkoren, Eichhorn! Du bist der Götterbote Satans!" Dann kicherte sie auf hysterische Art und Weise laut und schrill vor sich hin und verknotete sich dabei zu Gebilden, die jedem Betrachter die Gelenke schmerzen ließen.

Trotz seiner grenzenlosen Abneigung gegen das dämliche Eichhorn ahnte Holmes, daß er diesen Fall nur lösen könnte, wenn ihm gelänge, Scheißi aus den Fängen der Psychiater zu befreien. In seinem Kopf drängten sich Vorstellungen von dramatischen Befreiungsaktionen, von Feuergefechten in den Krankenhausgängen, wilden Verfolgungsjagden durch den O.P. und sonstigen abenteuerlichen Heldentaten. Leider war er als winziges Spinnentier ganz und gar nicht in der Lage, so etwas durchzuführen.

Schwanz spritztEr wurde von dem hereinstürmenden Professor aus seinen Gedanken gerissen, der Scheißis Patientenakte unter dem Arm trug. Als er das Durcheinander sah, schleuderte er die Akte davon und streckte so die Wärterkröte nieder. Dann zückte er mit diabolischem Grinsen eine voluminöse Spritze, die mit einer beinahe leuchtenden orangefarbenen Flüssigkeit angefüllt war, und stürzte sich auf das vollgeschmierte Nagetier.