Galerie Scheißi DonkScape ego Service

Episode 5

Achtzt!Als der Arzt schließlich gegangen war, blickte sich Scheißi gut gelaunt um. Er lag in einem Einzelzimmer, das mit einer großen Anzahl Duftspender vollgestellt war. Die Wände hatten die fröhliche Farbe eitrigen Ausflusses und waren mit bizarren Bildern gerichtsmedizinischer Untersuchungen behängt.

Plötzlich wurde die Tür aufgestoßen und die plumpe Gestalt eines Igels zwängte sich durch den Rahmen in den Raum. Es war die stachelige Oberschwester, und sie brachte das Mittagessen. Mit kühler Mißgunst betrachtete sie das Eichhorn, das bei der Aussicht auf Nahrung fürchterlich zu sabbern begann. Neugierig, was es für eine leckere Kost gab, betrachtete es das Tablett, das ihm die feiste Schwester schließlich vorsetzte. Für Scheißi sah das Essen auf dem Teller wie eine stramme Kotwurst aus, die mit besonders dünnem Durchfall bedeckt war und mit einigen merkwürdigen größeren Körpern rundlicher Form und gelblicher Farbe serviert wurde.

"Was ist denn das Schönes?" fragte Scheißi gierig, während er mit den Fingern hineinfuhr und sich ein Stück des kotförmigen Objektes in den Verdauungsapparat stopfte.

"Das ist Thüringer Rostbratwurst mit Soße und Salzkartoffeln."

Angewidert übergab Scheißi sich über das eigentlich wohlschmeckende Mahl, woraufhin sich die Schnauze der Schwester angesichts eines Anfalls von Übelkeit grünlich verfärbte, und die fette Igeldame sich Schritt für Schritt langsam zurückzog. Das Eichhorn betrachtete skeptisch das zusätzlich garnierte Mahl, probierte vorsichtig erneut davon und fand Gefallen an dem neuen Geschmack. Gierig sabbernd stopfte er sich die von Erbrochenem triefenden Klumpen in den Schlund und schmatzte dabei laut und genüßlich. Inzwischen hatte die Schwester schreiend und würgend das Zimmer verlassen. Als Scheißi gerade dabei war, den Teller abzulecken, kamen einige kräftig gebaute Pfleger hereingestürmt, die Scheißi mit Gummihandschuhen packten und ihn festhielten, während der Eidechsenarzt ihm einige großzügige Injektionen verabreichte. Bevor Scheißi zufrieden lächelnd in tiefen Schlaf fiel, hörte er noch den Arzt sagen: "Zum Glück ist er dagegen nicht immun."

Drei Bekloppte!

Als er wieder erwachte, lag er in einem anderen Zimmer. Die Wände hatten die beruhigende Farbe erbrochenen Spinats, die Bilder zeigten nette Blumenwiesen, wie man sie nur außerhalb des Beckackten Waldes findet. Außer ihm lagen in benachbarten Betten noch ein schielendes und grinsendes Rebhuhn und, im Bett direkt neben ihm, ein schuppiges aufgewundenes Etwas, das wohl eine Schlange sein mochte. Beide waren, genauso wie Scheißi, an ihre Betten gefesselt. Einige Studententiere standen, angeführt von einem alternden Dachs mit einer kleinen Brille auf seiner faltigen Schnauzenspitze, um das Bett der Schlange. Der Dachs hieß Professor Schwanz. Er deutete auf das aufgewundene Reptil und sprach mit der typisch warmen und beruhigenden Stimme eines Psychiaters: "Von der Gesellschaft durch ihre Vorurteile in die Isolation gedrängt, nahm er schließlich die ihm von religiösen Kräften zugeordnete Rolle an. Passen Sie auf: Wie geht es Ihnen heute, Herr Satan?"

Irgendwo aus dem schuppigen Durcheinander schoß ein Kopf heraus, der den Professor anzuschreien begann.

"Rrrrah! Hebt euch von hinnen, sonst bringe ich das Verderben über euch, denn ich bin die Schlange! Huaaargh! Ich bin das Tier, der Antichrrrrist. Die Schlange! Ich bin der Teufel, die große Bestie!" Dann setzte er noch schrill wie ein Eunuch kreischend "Sechs-sechs-sechs!" hinzu, drehte sich zu dem verträumt blinzelnden Scheißi um und sprach mit überraschend tiefer und sanftmütiger Stimme: "Na, mein Kleiner, möchtest Du vielleicht einen Apfel?"

"Sehen Sie?" fragte der Dachs in die Runde, "ein ganz einfacher und eindeutiger Fall. Wer weiß, vielleicht ist er sogar heilbar. Gehen wir aber jetzt zum letzten Bett in diesem Zimmer."

Er wandte sich von der Schlange ab und begann sich mit den Studenten vor Scheißis Bett aufzustellen.

"Hier haben wir einen besonders merkwürdigen Fall. Dieser oligophrene Patient leidet an außerordentlichen, möglicherweise psychotisch bedingten, Verwirrtheitszuständen und, und das macht ihn für Sie so interessant, ernährt sich ausschließlich von Erbrochenem und vor allem Exkrementen. Das nennt man wie?"

"Koprophagie, Herr Professor."

"Wundervoll, Herr Sputum, wundervoll. Wir wollen nun nur noch wissen, ob dieser Patient durch Kontakt oder Aufnahme von Exkrementen eine sexuelle Stimulanz erfährt."

Von einem im Hintergrund herumlungernden Pfleger nahm der Dachs einen Teller mit Kot entgegen, schlug die Bettdecke beiseite und lüftete das dünne Hemdchen, mit dem Scheißi bekleidet war. Dann hielt er ihm den Teller entgegen und starrte zusammen mit den Studenten neugierig auf Scheißis verkümmertes Geschlechtsorgan. Gierig schnappte das Eichhorn nach dem Teller und ließ dabei Wasser. Erschrocken ließ der Professor das Hemdchen sinken und blickte verwirrt in die Runde der Studenten, die sich eifrig Notizen machten.

Blasenschwäche?

"Ähm, bezüglich dieses reduzierten Genitales herrscht noch eine gewisse Ratlosigkeit. Wir sollten uns jetzt aber den Patienten in den nächsten Zimmern zuwenden. Wir haben da eine Menge Sexualverbrecher - eine wirklich interessante Sorte von Verrückten, von der man sicherlich noch einiges lernen kann."

Als Professor Schwanz die Tür aufmachte, um den Raum zu verlassen, drängte sich von draußen ein Kaninchen herein, das wütend schnaubte. Sofort stellte sich der Professor zwischen es und das Bett des glücklich grinsenden Rebhuhns. Das Karnickel fuhr den Dachs erbost an: "Herr Professor Schwanz! Ich verlange, endlich zu diesem Patienten vorgelassen zu werden!"

"Es tut mir leid, Herr Puschel, aber..."

"Pater Puschel, bitte!" sagte das Kaninchen und drückte dem Professor einige bunte Broschüren in die Hand, die der Arzt gleichgültig fallen ließ.

Haben Sie einen Moment Zeit für die Zeugen Muckys?"Meinetwegen auch Pater Puschel. Aber wir haben bereits mehrmals darüber gesprochen, daß es in dieser Phase der Therapie undenkbar ist, daß sie Kontakt zu meinem Patienten aufnehmen."

"Ich bin immer noch der Vormund von unserem Bruder Weißnäschen!"

"Der Patient heißt nicht Weißnäschen, sondern Ferdinand Furz, und er ist ein Rebhuhn und kein Karnickel. Vor wenigen Tagen hat er sich gefragt, warum er keine Ohren hat. Das ist ein riesengroßer Fortschritt, den ich mir nicht durch Ihr unsinniges Gewäsch zerstören lasse. Und was die Vormundschaft betrifft, Pater, so ist die Ihnen bereits vor mehreren Tagen aberkannt worden."

"Gut, ich werde mich dann wohl mit meinen Anwälten in Verbindung setzen müssen. Aber... ich sehe, Sie haben einen Neuzugang." fügte das Kaninchen neugierig hinzu und deutete vage auf das letzte Bett, in dem Scheißi lag. "Ich möchte mit ihm reden."

"Das kommt gar nicht in Frage!" sagte der Professor noch, wurde aber schon beiseite gedrängt. Pater Puschel baute sich vor Scheißis Bett auf und schickte ihm ein bescheuert freundliches Lächeln mit einem Blick entgegen, der irgendwie sein Ziel um zehn Zentimeter zu verfehlen schien.